Sportabzeichen 2025: Rekordjahr mit 577.570 Verleihungen

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Im Jahr 2025 ist das Deutsche Sportabzeichen so häufig verliehen worden wie seit Jahren nicht. Nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) legten bundesweit 577.570 Menschen die Prüfung erfolgreich ab – 27.202 mehr als im Vorjahr und ein Plus von knapp fünf Prozent. Das geht aus der aktuellen Statistik des DOSB hervor, die Anfang Juni veröffentlicht wurde.

Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei Kindern und Jugendlichen aus. In dieser Gruppe wurden nach DOSB-Angaben 431.945 Sportabzeichen verliehen, ein Zuwachs von 5,56 Prozent gegenüber 2024. Die Entwicklung bei Erwachsenen zeigt eine andere Stärke des Modells: Von den 145.625 erwachsenen Absolventinnen und Absolventen legten laut DOSB knapp 70 Prozent das Abzeichen wiederholt ab – die meisten Teilnehmenden bleiben dem Format also über Jahre treu und lassen ihre Fitness regelmäßig neu messen.

DOSB-Vorständin Michaela Röhrbein wertete die Zahlen als Beleg dafür, dass das Abzeichen Menschen über Generationen hinweg für Bewegung begeistern könne. Zugleich verwies sie auf die Chance, ältere Menschen noch stärker zu erreichen: Die älteste Teilnehmerin war dem Bericht zufolge 96 Jahre alt, der älteste Teilnehmer 99. Röhrbein ordnete das Abzeichen zudem in die strategischen Ziele des Verbandes ein: Es solle dazu beitragen, mehr Menschen in Bewegung zu bringen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Sport zu stärken.

Was bei der Prüfung verlangt wird

Das Deutsche Sportabzeichen existiert seit 1913 und gilt als Leistungsabzeichen für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit. Geprüft wird in vier Disziplingruppen: Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordinationsfähigkeit. Je nach Leistungsniveau wird das Abzeichen in Bronze, Silber oder Gold verliehen; nach DOSB-Angaben erreicht mehr als die Hälfte der Teilnehmenden eine Auszeichnung. Offiziell handelt es sich um ein Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland mit Ordenscharakter.

Die Anforderungen sind nach Altersgruppen gestaffelt und auf der offiziellen Website des Abzeichens öffentlich einsehbar. Ausdauerleistungen können etwa über Laufen, Schwimmen oder Radfahren nachgewiesen werden, in den anderen Gruppen stehen unter anderem Übungen wie Weitsprung, Wurf oder Sprint zur Auswahl. Die genauen Leistungskataloge legt der DOSB in seinem Prüfungswegweiser fest. Für Kinder und Jugendliche gibt es eigene, altersgerechte Anforderungen; auch das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung folgt einem eigenen Regelwerk.

Möglich ist die Abnahme in Sportvereinen, Schulen und sogenannten Sportabzeichen-Treffs. Bundesweit sorgen nach Darstellung des DOSB Tausende ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer dafür, dass Trainings- und Abnahmemöglichkeiten flächendeckend angeboten werden. Zusätzlich tourt eine Sportabzeichen-Tour des DOSB durch Städte in ganz Deutschland; zur Tourstation in Berlin kamen nach Verbandsangaben rund 1.000 Teilnehmende mit und ohne Behinderung.

Auch Menschen mit Behinderungen nehmen zunehmend teil: Ihre Zahl stieg 2025 auf 5.836 erfolgreiche Abnahmen, ein Plus von 3,53 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für diese Gruppe gelten angepasste Anforderungen, die ebenfalls im Regelwerk des Verbandes festgelegt sind. Der DOSB sieht darin einen Beitrag zur Teilhabe: Bewegung und sportliche Ziele seien unabhängig von körperlichen Voraussetzungen möglich, heißt es in der Verbandsdarstellung.

Digitalisierung erleichtert die Organisation

Ein wachsender Anteil der Abnahmen läuft mittlerweile digital. Wie der DOSB mitteilt, wurden 2025 bereits 412.136 Sportabzeichen über die Plattform Sportabzeichen-Digital beurkundet – das entspricht einem Anteil von mehr als 70 Prozent aller Verleihungen. Die digitale Verwaltung soll Vereinen und Prüfern Organisation und Dokumentation erleichtern und Papierabläufe ersetzen.

Regional zeigen einzelne Landessportbünde, welche Dynamik möglich ist. Der Landessportbund Sachsen übertreffe die Zahlen des Vorjahres frühzeitig, teilte der DOSB mit; allein in Sachsen wurden demnach 18.614 Abnahmen registriert. LSB-Hauptgeschäftsführer Christian Dahms führte die Entwicklung auf das Zusammenwirken von Vereinen, Schulen und Ehrenamt zurück. Das Abzeichen verbinde Leistungsbereitschaft, Gemeinschaft und Freude an Bewegung, sagte Dahms laut Pressemitteilung.

Unterstützt wird das Sportabzeichen nach Verbandsangaben von der Sparkassen-Finanzgruppe, die als nationaler Förderer auftritt. Die Unterstützung fließt unter anderem in Material und in die bundesweite Tour.

Was die Zahlen für Freizeitsportler bedeuten

Für Menschen, die sich ohne Vereinsmitgliedschaft fit halten, ist das Sportabzeichen eine der wenigen bundesweit einheitlichen Möglichkeiten, die eigene Leistungsfähigkeit zu messen und dokumentieren zu lassen. Anders als reine Selbsttests liefern Fitness-Apps zwar Daten, aber keine offiziell anerkannte Urkunde. Wer die Prüfung besteht, erhält eine Urkunde und ein Abzeichen, das auch von Arbeitgebern oder Versicherungen als Nachweis körperlicher Aktivität anerkannt werden kann – die Anerkennung im Einzelfall ist jedoch nicht vom DOSB geregelt, sondern Sache der jeweiligen Stelle.

Für den Einstieg empfehlen Sportwissenschaftler generell ein Training, das alle vier geprüften Fähigkeiten abdeckt – Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination – statt sich nur auf eine Disziplin zu konzentrieren. Übungsmaterialien und Trainingshinweise stellt der DOSB kostenfrei zur Verfügung, darunter ein Übungsbooklet mit Übungsformen zu allen Disziplinen. Viele Vereine bieten zudem gezielte Vorbereitungstreffs an, die auch Nichtmitgliedern offenstehen.

Ob der Aufwärtstrend anhält, wird sich 2026 zeigen. Die Sportabzeichen-Tour ist laut DOSB auch in diesem Jahr wieder in mehreren Städten unterwegs, darunter Hildesheim und Hanau. Der Verband verweist auf seine strategischen Ziele bis 2035: mehr Menschen in Bewegung bringen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Sport stärken. Die Statistik des laufenden Jahres will der DOSB im kommenden Jahr vorlegen. Bis dahin bleibt die Entwicklung von 2025 der aktuellste gesicherte Datenpunkt für den Breitensport in Deutschland.

Quellen

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