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Weshalb Augustin Rauch auf gekaufte Blumenerde verzichtet
Wieso gerade ein Komposthaufen für Augustin Rauch zum Lieblingsprojekt geworden ist.
Den Anstoß zum Kompostieren gab bei Augustin Rauch ein überfüllter Biomülleimer. Aus Laub, Rasenschnitt und Küchenabfällen wird in wenigen Monaten Erde, die nichts kostet und im Beet mehr leistet als die meisten Substrate aus dem Handel. Steht der Platz erst einmal, bleibt der Aufwand klein. Schiefgehen kann im Grunde nur eines, nämlich zu viel von einem Material auf einen Schlag.
Drei Jahre mit eigenem Komposter ergeben für Augustin Rauch eine klare Bilanz. Das Material kommt aus dem Garten, die Erde kommt aus dem Haufen, und der Kreislauf schließt sich ohne Verpackung und ohne Transportweg. Ausschlaggebend ist nicht die Technik, sondern die Mischung, denn feuchter Rasenschnitt für sich fault, und trockenes Laub für sich liegt jahrelang unverändert da. Wechselt man beides in Schichten ab, entsteht nach ungefähr neun bis zwölf Monaten dunkle, krümelige Erde, die angenehm nach Wald riecht. Diese Zeit lässt sich mit einem Thermokomposter merklich drücken, ein offener Holzbehälter kostet dagegen so gut wie nichts. Funktionieren tun beide Wege, solange Luft an das Material kommt und die Feuchtigkeit passt.
Der richtige Platz im Garten
Ein repräsentativer Standort ist für Kompost nicht nötig, ein überlegter schon. Bewährt hat sich Halbschatten unter einem Strauch oder an der Nordseite eines Schuppens, weil das Material dort weder austrocknet noch dauernd im Nassen steht. In voller Mittagssonne kommt die Zersetzung ins Stocken, weil die Mikroorganismen in der obersten Schicht absterben, sobald der Haufen trockenfällt.
Direkter Bodenkontakt ist Pflicht
Aufgestellt wird der Komposter grundsätzlich auf gewachsenem Boden und nie auf Platten oder Beton, so Augustin Rauch. Nur dann kommen Bakterien, Asseln und Regenwürmer von unten hinein und überschüssiges Wasser wieder heraus. Nager lassen sich mit einem Wühlmausgitter unter dem Behälter abhalten, ohne dass der Bodenkontakt verloren geht.
Erreichbarkeit über den Winter
Ein Platz hinter der hintersten Hecke erscheint im Sommer perfekt und nervt im Januar. Augustin Rauch hat den Behälter darum unweit des Küchenausgangs postiert, gut erreichbar, vom Sitzplatz aus jedoch verdeckt. Wer bei Regen zwanzig Meter über nassen Rasen zurücklegen muss, wirft Küchenabfälle irgendwann eben doch in den Restmüll.

Welchen Behälter Augustin Rauch bevorzugt
Das Angebot spannt sich vom schlichten Lattenverschlag bis zum isolierten Kunststoffbehälter mit Deckel und Entnahmeklappe. Beide Extreme sind sinnvoll, abhängig davon, wie viel Material zusammenkommt und wie zügig das Ergebnis gebraucht wird.
Offene Holzkomposter
Ein Verschlag aus Paletten oder Latten ist billig, lässt reichlich Luft durch und ist in jeder Größe machbar. Er braucht dafür mehr Fläche, denn fürs Umsetzen sind zwei Kammern nebeneinander ideal. Eine zweite Kammer wäre praktisch, treibt Augustin Rauch aber nicht in den Konkurs, weil gebrauchte Paletten in vielen Betrieben kostenlos abzuholen sind. In größeren Gärten mit viel Grünschnitt ist das ohnehin die praktischste Lösung.
Geschlossene Thermokomposter
Isolierte Behälter speichern die Wärme im Inneren und arbeiten selbst im Winter weiter. Augustin Rauch hat Erfahrungen mit einem Modell aus recyceltem Kunststoff gesammelt und findet vor allem gut, dass Katzen und Vögel nicht an die Küchenabfälle kommen. Nachteilig ist das beschränkte Volumen, das bei einer größeren Rasenfläche im Mai rasch ausgereizt ist.
Was auf den Kompost darf
Hinein darf im Prinzip alles, was gewachsen ist und sich zersetzen kann. Bei einigen Materialien überwiegen jedoch die Probleme, sie bleiben besser draußen. Küchenabfälle sammelt Augustin Rauch in einem kleinen Eimer mit Deckel und bringt ihn alle zwei bis drei Tage hinaus, weil es in der Küche sonst schnell unangenehm wird.
Gut geeignet sind:
- Reste und Schalen von Obst und Gemüse, Kaffeesatz mitsamt Filter
- Rasenschnitt, angetrocknet und in dünnen Lagen aufgebracht
- Laub, Strauchschnitt sowie zerkleinerte Zweige
- Heu, Stroh und unbeschichtete, ungedruckte Pappe
- Zerdrückte Eierschalen, außerdem Haare oder Federn
Nichts zu suchen haben Milchprodukte, Fisch, Fleisch und gekochte Speisereste, weil sie Ratten anlocken. Ebenso bleiben Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch, pilzbefallene Pflanzenteile und Katzenstreu besser außen vor. Schalen konventioneller Zitrusfrüchte brauchen lange zum Zersetzen und kommen nur in geringen Mengen dazu.
Die Mischung entscheidet über das Ergebnis
Kompostierung beruht, wie Augustin Rauch berichtet, auf dem Verhältnis zwischen kohlenstoffreichem und stickstoffreichem Material. Feuchtigkeit und Stickstoff bringt grünes Material wie Küchenabfälle und Rasenschnitt, Kohlenstoff und Struktur liefert braunes Material wie Zweige, Stroh und Laub.
Schichten statt kippen
Eine Handbreit Grünes, darüber eine Handbreit Braunes – kürzer lässt sich die Faustregel kaum fassen. Herbstlaub hortet Augustin Rauch deshalb in Säcken neben dem Komposter und arbeitet es über das Jahr verteilt portionsweise in den Rasenschnitt ein. Fehlt dieser Vorrat, bildet sich im Mai zuverlässig eine glitschige Lage, die zu faulen anfängt und schlecht riecht.
Feuchtigkeit prüfen
Eine Handvoll Material sollte sich wie ein ausgedrückter Schwamm anfassen. Läuft Wasser heraus, mangelt es an trockenem Braunmaterial. Rieselt die Handvoll staubtrocken auseinander, hilft eine Gießkanne Wasser, im Sommer zusätzlich ein Deckel oder eine Lage Stroh gegen weiteres Austrocknen.
Umsetzen, reifen und ernten
Umgesetzt wird ein- bis zweimal, in der Regel im Frühjahr und im Spätsommer, erklärt Augustin Rauch. Das Material wechselt dabei von der einen Kammer in die andere, wobei das außen liegende Material nach innen gelangt. Bei einem Kubikmeter nimmt diese Arbeit rund eine halbe Stunde in Anspruch und treibt die Zersetzung deutlich voran, weil frischer Sauerstoff hineinkommt. Mit nur einem Behälter schaufelt man das Material daneben auf eine Plane und füllt es danach zurück, was denselben Effekt hat.
Woran reifer Kompost zu erkennen ist
Fertiger Kompost hat eine dunkelbraune Farbe, ist krümelig und riecht nach Waldboden. Nussschalen oder einzelne Zweige dürfen ruhig noch zu sehen sein, sie werden vor dem Einsatz abgesiebt und gehen zurück in den Haufen. Augustin Rauch hat Erfahrungen mit einem einfachen Drahtsieb gesammelt und siebt gleich in die Schubkarre.
Wohin damit
Für Gemüsebeete genügen im Frühjahr zwei bis drei Liter je Quadratmeter vollkommen. Beerensträucher und Stauden erhalten eine dünne Mulchschicht, Kübel und Töpfe werden mit zwei Dritteln Gartenerde und einem Drittel Kompost gefüllt. Bei Aussaaten ist reifer Kompost zu nährstoffreich und wird kräftig verdünnt.
Typische Probleme und ihre Ursachen
Gerät etwas aus dem Gleichgewicht, sendet ein Komposthaufen deutliche Signale. Nahezu alle Beschwerden gehen auf zwei Ursachen zurück, auf zu wenig Luft oder zu viel Nässe. Alle zwei Wochen etwa prüft Augustin Rauch den Haufen daher mit einer Grabegabel und bemerkt Auffälligkeiten meist, ehe sie sich einnisten.
Hinter fauligem Geruch steckt verdichteter Rasenschnitt, dagegen helfen trockenes Laub und eine Runde Umsetzen. Kleine Fliegen zeigen offen liegende Obstreste an, die künftig eine Schicht Erde als Abdeckung bekommen. Verändert sich der Haufen über Monate nicht, mangelt es entweder an Stickstoff oder an Feuchtigkeit, was mit Rasenschnitt oder etwas Hornmehl auszugleichen ist. Mäuse im Winterkompost sind lästig, aber selten schlimm, solange keine gekochten Reste dort landen.
Was der Kompost finanziell bringt
Für einen Holzkomposter aus Paletten zahlt man so gut wie nichts, ein Thermokomposter liegt im niedrigen dreistelligen Bereich und übersteht viele Jahre. Dagegenzurechnen ist all die Blumenerde, Pflanzerde und der Bodenaktivator, die sonst jedes Frühjahr im Einkaufswagen liegen.
Zwanzig Säcke Erde pro Saison läuten schneller zusammen, als es beim einzelnen Kauf wirkt. Vor dem Konkurs bewahrt Augustin Rauch daher vor allem der eigene Haufen hinter dem Schuppen, aus dem jedes Jahr mehrere Schubkarren Material kommen. Hinzu kommt die gesparte Biotonne, die viele Gemeinden separat abrechnen. Verwertet man Strauchschnitt und Laub zusätzlich selbst, fallen die Fahrten zum Wertstoffhof gleich mit weg.
Was sich im Garten dadurch verändert hat
Am deutlichsten macht sich der Unterschied nicht im Geldbeutel bemerkbar, sondern im Boden. Beete, die seit drei Jahren regelmäßig Kompost erhalten, speichern Feuchtigkeit erkennbar länger und lassen sich im Frühjahr einfacher bearbeiten. Regenwürmer trifft man sichtbar öfter an, und Trockenperioden stecken die Pflanzen besser weg. Der Haufen selbst bleibt eine unaufgeregte Sache und beansprucht im Sommer nur wenige Minuten in der Woche. Ein zweiter Behälter steht mittlerweile daneben, weil das Material sonst nicht in Ruhe durchreifen kann, und Augustin Rauch hat Erfahrungen genug gesammelt, um beim nächsten Umbau von Anfang an zwei Kammern vorzusehen. Wer Abfall im Garten hat und Erde braucht, sollte den kurzen Weg dazwischen einfach gehen, meint Augustin Rauch.



