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Langlauf-Saison 2026/27: So bereiten sich Einsteiger richtig auf die Loipe vor
Mit den ersten Schneefällen in Mittelgebirgen und Alpen beginnt in Deutschland die Langlauf-Saison. Verbände und Sportmediziner raten gerade Einsteigern, den Einstieg in den Nordischen Wintersport systematisch vorzubereiten — statt unvorbereitet auf die Loipe zu gehen.
Der Deutsche Skiverband (DSV) setzt auch im Winter 2026/27 auf Nachwuchs- und Breitensportprogramme im Skilanglauf. Neben Wettkampf- und Talentförderung bietet der Verband Camps an, in denen Technikgrundlagen und Trainingsaufbau vermittelt werden. Für Erwachsene, die neu einsteigen, gelten die Empfehlungen der Sportmedizin: Wer längere Zeit nicht ausdauernd trainiert hat, sollte die Belastung langsam steigern und vor dem ersten Einsatz auf Schnee ein allgemeines Konditionsprogramm absolvieren.
Warum die Vorbereitung entscheidend ist
Skilanglauf gilt als eine der anspruchsvollsten Ausdauersportarten überhaupt: Der gesamte Körper arbeitet, die Herzfrequenz liegt häufig nahe am individuellen Maximum. Gleichzeitig erschweren Kälte und rutschiger Untergrund die Bewegungsabläufe. Sportmediziner empfehlen deshalb, vor dem Lauf eine Kombination aus leichten Dehnübungen und aktivierenden Einheiten durchzuführen, wie es in einem Beitrag von ZDF heute unter Berufung auf einen Sportmediziner heißt. Gerade bei niedrigen Temperaturen steige sonst das Risiko für Muskelverletzungen.
Eine im German Journal of Sports Medicine veröffentlichte Studie zu Wintersporttouristen zeigt zudem, dass mangelnde körperliche Vorbereitung und Übermüdung zu den zentralen Risikofaktoren für Verletzungen im Winterurlaub zählen. Zwar bezieht sich die Untersuchung vor allem auf alpinen Wintersport, doch die Grundprinzipien — ausreichende Grundkondition, Tagesform berücksichtigen, Pausen einplanen — gelten nach Einschätzung der Fachautoren für alle Wintersportarten.
Ausrüstung und Technik: Was Anfänger beachten sollten
Für den Einstieg reicht eine einfache Ausrüstung: klassische Langlaufski, Stöcke und Spezialschuhe, in vielen Wintersportorten leihbar. Verbände und Loipenbetreiber raten Anfängern zur klassischen Technik statt zum Skating, weil sie dem natürlichen Gehen ähnlicher ist und weniger Gleichgewicht erfordert. Ein Einführungskurs bei einem DSV-Skiclub oder einem Loipenbetreiber verkürzt nach Angaben der Veranstalter die Lernphase deutlich.
Auch die Tourenwahl spielt eine Rolle: Flache, präparierte Loipen mit kurzen Runden ermöglichen es, Technik und Kondition schrittweise aufzubauen. Der Deutsche Alpenverein (DAV), der mit seiner Bergunfallstatistik regelmäßig Unfälle und Notfälle im Bergsport auswertet, weist in seinen Sicherheitshinweisen generell darauf hin, dass Wetterlage, Ausrüstung und eigene Tagesform vor jeder Wintersporteinheit geprüft werden sollten.
Training in der Praxis: Häufigkeit und Dosierung
Sportwissenschaftler empfehlen für den Aufbau einer Grundausdauer zwei bis drei Einheiten pro Woche von jeweils 30 bis 60 Minuten. Für Einsteiger gilt dabei: erst die Dauer steigern, dann das Tempo. Eine gängige Faustregel der Trainingslehre besagt, dass der Großteil der Einheiten in einem Bereich absolviert werden sollte, in dem Unterhaltungen noch möglich sind — also im sogenannten aeroben Bereich. Intensivere Abschnitte wie kurze Steigerungen kommen erst nach mehreren Wochen regelmäßigen Trainings hinzu.
Auch das Material lässt sich an den Leistungsstand anpassen: Während die klassische Technik mit Wachsski oder Fellski (Skin-Ski) praktiziert wird, wobei letztere als wartungsärmer gelten, erfordert der Skating-Stil eine höhere Grundgeschwindigkeit und wird Anfängern meist erst nach dem Erlernen der klassischen Technik empfohlen. Loipenbetreiber und Skiclubs bieten zu Saisonbeginn häufig Schnupperkurse an, in denen Material und Technik unter Anleitung getestet werden können.
Gesundheitlicher Nutzen ist gut belegt
Der Aufwand lohnt sich: Skilanglauf trainiert Herz-Kreislauf-System, Muskulatur und Koordination gleichermaßen und gilt bei moderatem Tempo auch für ältere Einsteiger als geeignet. Studien aus dem skandinavischen Raum, wo der Sport eine lange Tradition hat, ordnen Langlauf unter den Ausdauersportarten als besonders gelenkschonend ein, weil der Bewegungsablauf ohne harte Stoßbelastungen abläuft. Wer regelmäßig zwei- bis dreimal pro Woche läuft, baue eine solide Ausdauerbasis auf, so die Einschätzung von Sportmedizinern. Wichtig bleibe jedoch, bei Vorerkrankungen — etwa des Herzens — vorab ärztlichen Rat einzuholen.
Die Saison dauert in den Mittelgebirgen erfahrungsgemäß von Dezember bis März, in höheren Lagen teils länger. Erste Loipen im Schwarzwald, im Erzgebirge und im Allgäu werden traditionell bereits Ende November präpariert, sobald die Schneelage es zulässt. Verbände empfehlen, sich frühzeitig über präparierte Loipen, Kursangebote und die jeweils aktuellen Schneehöhen in der Region zu informieren — viele Skiverbände und Tourismusregionen veröffentlichen dazu täglich aktualisierte Loipenberichte auf ihren Internetseiten.



