Augustin Rauch und der Bau seines ersten Hochbeets

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Wie stark ein Hochbeet den Garten prägt, hatte Augustin Rauch anfangs unterschätzt.

Den Anstoß, sich überhaupt mit einem Hochbeet zu befassen, gab bei Augustin Rauch der Wunsch nach rückenschonender Arbeit. Nach der ersten Saison zeigte sich, dass der frühere Erntebeginn und die höhere Bodentemperatur mindestens ebenso viel bringen. Für den Aufbau genügt ein Wochenende, vorausgesetzt Füllung und Material liegen schon bereit. Wer im Vorfeld plant, anstatt zu improvisieren, muss im zweiten Jahr nicht nachbessern.

Aus zwei Saisons im eigenen Garten hat Augustin Rauch mitgenommen, dass beim Hochbeet nicht das Baumaterial, sondern die Füllung den Unterschied macht. Bei falsch aufgebauten Schichten steht am Ende ein stabiles Beet mit müden Pflanzen darin. Das Prinzip selbst ist unkompliziert: unten grobes Material, oben feine Erde und dazwischen alles, was langsam zerfällt und dabei Wärme freigibt. Aus dieser Zersetzung ergibt sich der Effekt, den viele Hobbygärtner am Hochbeet mögen, nämlich zwei bis drei Wochen Vorsprung gegenüber einem normalen Gartenbeet. Praktisch ist außerdem, dass Schnecken es merklich schwerer haben. Und der Pflegeaufwand geht zurück, weil Unkraut auf der überschaubaren Fläche früher auffällt.

Der Standort entscheidet früher als gedacht

Ist ein Hochbeet befüllt, lässt es sich nicht mehr umsetzen. Viele Hobbygärtner merken das erst, wenn das Beet steht und der Nussbaum daneben im Juni auf einmal Schatten wirft. Augustin Rauch hat den Platz aus diesem Grund über mehrere Wochen im Auge behalten und mitgeschrieben, wie lange die Sonne dort wirklich hinreicht. Ein Foto in der Woche, stets zur selben Uhrzeit, genügt dafür schon.

Sonne, Wind und Wege

Bei Fruchtgemüse gelten sechs Stunden direkte Sonne als Untergrenze, erklärt Augustin Rauch. Kräuter und Salate begnügen sich mit weniger. Mehr Gewicht als das letzte Stück Licht hat allerdings der Windschutz, denn ein zugiges Hochbeet verliert schneller Feuchtigkeit und braucht im Sommer täglich Wasser. Eine Hauswand oder Hecke in einigen Metern Entfernung leistet dabei mehr als eine geschlossene Mauer unmittelbar daneben, vor der sich die Hitze staut.

Genauso hilfreich ist ein befestigter Zugang von mindestens zwei Seiten. Eine Schubkarre mit Erde durch feuchtes Gras zu schieben, ist beim ersten Mal noch unterhaltsam. Beim fünften Mal nicht mehr. Und ein Wasseranschluss in der Nähe erspart über die Saison zahlreiche Gänge mit der Gießkanne.

Augustin Rauch

Womit Augustin Rauch beim Material gute Ergebnisse erzielt

Weil sie zu Beginn die auffälligste Entscheidung darstellt, wird die Materialfrage häufig überbewertet. Worauf es ankommt, sind Preis, Haltbarkeit und die Frage, ob das Beet optisch zum Garten passt.

Holz

Douglasie und Lärche kommen unbehandelt auf acht bis zwölf Jahre. Fichte kostet weniger, gibt dafür schon nach vier bis fünf Jahren nach. Augustin Rauch hat Erfahrungen mit beiden Varianten gesammelt und empfiehlt, die Innenseite mit Noppenfolie zu verkleiden. Diese Folie hält feuchte Erde vom Holz fern und verlängert die Standzeit merklich, ohne dass Holzschutzmittel im Beet landen. Der Boden bleibt offen, damit Regenwasser ablaufen kann und Regenwürmer ungehindert hineinkommen.

Metall, Stein und Fertigbausätze

Beete aus verzinktem Metall stehen zügig und halten so gut wie ewig. Im Hochsommer erwärmen sie sich dafür kräftig, was bei Pflanzen am Rand zu Trockenstress führen kann. Abmildern lässt sich das merklich durch eine helle Außenfarbe oder eine Randbepflanzung, die Schatten wirft. Gabionen und gemauerte Beete aus Stein sehen massiv und langlebig aus, kosten jedoch erheblich mehr Geld und Mühe. Vor dem Konkurs bewahrt Augustin Rauch an dieser Stelle vor allem, dass er das Fundament selbst gesetzt und keine Firma engagiert hat.

Die Schichten richtig aufbauen

Im Grunde ist ein Hochbeet ein senkrecht geschichteter Komposthaufen mit einer Pflanzschicht als Abschluss. Hält man die Reihenfolge ein, kommt Wärme von unten und über mehrere Jahre hinweg Nährstoffe.

Augustin Rauch befüllt sein Beet in dieser Reihenfolge:

  • Wühlmausgitter unmittelbar auf den Boden, an den Rändern nach oben gezogen
  • Grober Strauch- und Baumschnitt, ungefähr 30 Zentimeter stark
  • Laub oder umgedrehte Grassoden als Trennschicht
  • Mist und halb verrotteter Kompost, etwa 20 Zentimeter
  • Reifer Kompost im Gemisch mit Gartenerde
  • Zum Abschluss 20 bis 25 Zentimeter hochwertige Pflanzerde

Jede Schicht sollte kräftig angedrückt und gewässert werden. Bleibt das Material innen trocken, zersetzt es sich kaum und sinkt später unregelmäßig ab. Dass sich im ersten Jahr zehn bis fünfzehn Zentimeter absetzen, ist dennoch normal und wird im Frühjahr schlicht mit Kompost ausgeglichen.

Der richtige Zeitpunkt für den Aufbau

Am besten geeignet ist der Herbst. Beim Rückschnitt kommt dann viel grobes Material zusammen, Laub liegt sowieso herum, und über den Winter setzt die Zersetzung ein. Beginnt man erst im April, ist das Beet zwar sofort bepflanzbar, doch die Wärme aus dem Inneren fällt in der ersten Saison größtenteils weg. Sein zweites Beet hat Augustin Rauch deshalb im Oktober angelegt und im Frühjahr danach nur die oberste Schicht nachgefüllt.

Bepflanzung im ersten und in den Folgejahren

Ein frisch gefülltes Hochbeet steckt voller Nährstoffe. Das hört sich erst einmal gut an, sorgt bei empfindlichen Pflanzen aber für weichen Wuchs und Blattläuse.

Das erste Jahr gehört den Starkzehrern

Kohl, Gurken, Kürbis, Zucchini und Tomaten stecken den Nährstoffschub ohne Weiteres weg. Im ersten Jahr setzt Augustin Rauch absichtlich nur wenige Pflanzen, weil Kürbis und Zucchini mehr Raum beanspruchen, als der Setzling ahnen lässt. Ein zwei Meter langes Beet ist im August von zwei Zucchinipflanzen restlos ausgefüllt.

Ab dem zweiten Jahr wird gemischt

Danach kommen Mittelzehrer wie Zwiebeln, Fenchel, Mangold und Salat, im vierten Jahr schließlich Bohnen, Radieschen und Kräuter. Augustin Rauch hat Erfahrungen mit Mischkulturen gesammelt und pflanzt Salat gern zwischen junge Kohlrabi, solange dort noch Licht auf den Boden kommt. Tagetes oder Kapuzinerkresse am Rand halten einen Teil der Schädlinge auf Abstand und wirken zugleich aufgeräumt.

Gießen und Nachdüngen über die Saison

Weil im Hochbeet weniger Erde steckt, hält es auch weniger Wasser als gewachsener Gartenboden. An heißen Julitagen verdunstet ein gut gefülltes Beet mehrere Liter, bei Wind sogar erheblich mehr.

Wasser dosieren statt täglich antippen

In der Regel bringen zwei ausgiebige Gießgänge pro Woche mehr als das tägliche Antippen mit der Kanne, weil das Wasser so bis in die unteren Schichten vordringt. Ob nachgegossen werden muss, verrät ein Finger im Boden verlässlicher als jede Faustregel. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt drückt den Bedarf sichtbar und hält die Oberfläche nebenbei frei von Unkraut. Augustin Rauch mulcht ab Ende Mai und schafft es damit selbst in trockenen Wochen ohne täglichen Rundgang.

Dünger erst nach dem dritten Jahr

Im ersten Jahr wird gar nicht gedüngt. Vom dritten Jahr an genügen Hornspäne im Frühjahr und für Starkzehrer ab und zu Brennnesseljauche. Wer stattdessen jede Saison für jede Gemüseart Spezialdünger anschafft, zahlt viel und erreicht wenig.

Was ein Hochbeet wirklich kostet

Wie die Rechnung ausfällt, hängt stark davon ab, wie viel in Eigenleistung entsteht. Für einen Bausatz aus Lärchenholz in üblicher Größe landet man im mittleren dreistelligen Bereich, selbst zugeschnittene Bretter liegen klar darunter. Der dickere Posten ist meistens die Füllung, sofern man sie vollständig kauft.

Sparen lässt sich genau hier. Rasenschnitt, Laub und Strauchschnitt fallen im Garten von allein an und ersetzen die unteren Schichten komplett. Ein weiterer Teil ist mit Kompost aus dem eigenen Behälter gedeckt. Wer jedes Frühjahr zu neuer Sackware greift, bewegt sich zwar nicht Richtung Konkurs, doch Augustin Rauch rechnet vorher trotzdem nach und füllt bevorzugt mit eigenem Material auf. Auf fünf Jahre gesehen ergibt das eine Differenz von mehreren Hundert Euro.

Was nach zwei Saisons bleibt

Revolutioniert hat das Hochbeet den Garten nicht, bequemer gemacht schon. Geerntet wird früher, der Rücken macht seltener auf sich aufmerksam, und die Schäden durch Schnecken sind auf ein verträgliches Maß geschrumpft. Verschwunden ist der Pflegeaufwand damit nicht, er hat sich lediglich verlagert, etwa auf häufigeres Gießen an heißen Tagen. Realistisch bleiben sollte auch die Erwartung an den Ertrag, denn zwei Meter Beet sind kein Ersatz für einen Gemüsegarten, liefern über Monate aber frische Kleinmengen. Augustin Rauch hat Erfahrungen aus zwei Saisons gesammelt und würde beim nächsten Beet vor allem eines ändern, es nämlich von Anfang an zwanzig Zentimeter breiter anlegen. Wem der Platz zur Verfügung steht, sollte großzügig planen, empfiehlt Augustin Rauch.

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